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Schule 2026


Zukunft der Schule, neue Fächer und alte Lehrer, Bildung versus Lebensvorbereitung.


5.2.26

Jedes Jahr dieselbe Diskussion. Was sollen Kinder in der Schule lernen, und wie sollen sie es lernen? Nachdem sich die Grundschule immer öfters eher mit dem Erreichen von Sozialkompetenz, Konfliktfähigkeit und der Anerkennung von Autorität herumschlagen muss, gilt für die weiterführenden Schulen noch immer der Spagat, die Schwächeren zu fördern, dabei aber auch die Stärkeren zu fordern.


Seit Maria Theresia gibt es mittlerweile das uns so bekannte Schulsystem: 25 Kinder, ein Fachlehrer für jedes Unterrichtsfach und zu lernen ist eben der vorgegebene Stoff, fertig. Jahr für Jahr das selbe. Kein Raum (kein Geld, keine Zeit) für Individualismus, kein Gedanke wird an nicht-messbares Wissen verschwendet. Der Lernstoff wird jedem ins Hirn gepresst, ob es ihn interessiert oder nicht. Nut transportables Wissen wird vermittelt, musisch oder künstlerisch begabte bleiben auf der Strecke, Jugendliche mit sozialen Stärken ebenso. Belohnt wird, wer sich beim Test (und nur bis zum Test) das meiste merken konnte. Eine festgelegte Einheitsschablone für jedes Kind. Das das den Lehrern genauso wenig gefällt dürfte klar sein. Wer möchte schon, wie am Fließband, jedes Jahr denselben Stoff in dieselben gelangweilten Kinder trichtern?

(KI generiert)
(KI generiert)

Und warum ändert man das nicht? Weil es Geld und Energie kostet, weil wir mehr Lehrer bräuchten um sich gezielter mit Lernschwachen zu beschäftigen und weil wir eher mehr Probleme im Schulsystem bekommen, statt welche zu lösen. Die Bürokratie fordert zu viele Stunden für Lehrkräfte, die aufgezwungene Verantwortung von Lehrern steigt enorm nachdem jeder jeden verklagt, wenn sich am Pausenhof ein Unfall ereignet und der Wandel in unserer Gesellschaft machts auch nicht einfacher. Solange kulturell unangepasste Dreikäsehochs eine Lehrerin nicht für voll nehmen, solange Frauen (Lehrerinnen) der Handschlag verweigert wird und solange Gewalt und ideologische Verblendung quasi akzeptiert werden, wird sich das auch nicht ändern.

Also weg von der Vollkasko-Mentalität, weg vom Verstehen anderer Kulturkreise, falls sie unseren Werten entgegenstehen. Abbau von Bürokratie und mehr Freude am Lehren und Lernen fördern. Das muss uns eben etwas wert sein, es geht um die Kinder, um die Zukunft - aber wie beim Thema Pflege auch rafft man nicht nur dann auf darüber nachzudenken, wenn es einen selbst betrifft. Arbeit am Menschen (vom Kindergarten bis zum Pflegeheim) hat einen zu geringen Stellenwert, leider.


Und bezüglich Latein vs. KI (bzw. IT). Dem Argument "wenn man Latein beherrscht, kann man auch französisch" kann ich nicht folgen, weil ich in der selben Zeit, die ich für das Erlernen von Latein benötige, genauso gleich französisch lernen kann. Warum sich Juristen und Mediziner noch immer auf Latein als Basissprache festlegen erinnert mich sehr an die Sprache der Kirche im Mittelalter: vielleicht wollte und möchte man gar nicht so gerne, dass praktisch jeder verstehen kann was man sagt, wie man Fakten interpretiert und gar wie man deutet? Man kann einfach nicht alle "alten" Fächer gleich stark unterrichten, wenn man auch neue dazu nehmen muss weil die Welt und die Ansprüche sich eben ändern.

Für KI gilt, dass, nachdem sich praktisch jeden Monat neue Möglichkeiten auftun, ein Basistraining inklusive Faktencheck-Training und das Üben sozialer Kompetenz (auch in sozialen Netzwerken) unumgänglich ist um einigermaßen mithalten zu können. Das Internet mit seinen nahezu unendlichen Möglichkeiten und Chancen darf für Nutzer nicht nur aus sozialen Medien und Selbstdarstellern bestehen. Wenn der Zugang zum Netz für Kinder und Jugendliche ausschließlich über Snapchat, TikTok und Co. erfolgt wird das kein guten Ende nehmen - und mit IT oder KI Kompetenz hat das auch nichts zu tun.

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